Projekt:
Photovoltaik Ev. Matthias-Claudius-Kirchengemeinde Kiel
Das Gemeindezentrum ist 1990 erbaut, der Anbau (Jugendtreff) 1999. Es ist ein ebenerdiger Klinkerbau mit Satteldach. Auf dem Dach der Kirchentreffs ist die Photovoltaik-Demonstrationsanlage installiert worden. Der Generator ist aufdach montiert. Die beiden Strang-Wechselrichter leisten wechselstromseitig je 2,0 kW. Die DC-Nennleistung beträgt 5,1 kW, die Nennspannung DC 270 V. Die verschattungsfreie nutzbare Dachfläche beträgt 100 qm. Der Winkel zur Horizontalen misst 22 Grad. Der Ausrichtung ist Süd-West.
Die Matthias-Claudius Kirchengemeinde will durch die Nutzung der Sonnenenergie mittels Photovoltaik eine Vorbildfunktion im Bereich erneuerbarer Energien übernehmen. Gemeindeglieder sowie Bürgerinnen und Bürger sollen von dieser umweltschonenden Form der Energieerzeugung begeistert und zur Installation von Anlagen auf dem eigenen Dach ermutigt werden. Hierzu werden wir erläuternde Schautafeln, Demonstrationen und ein auffälliges Display im Kircheneingangsbereich anbringen. Im Mittelpunkt soll die Begegnung stehen. Dabei sollen besonders Kinder und Jugendliche allgemeinbildender Schulen die Leistungsfähigkeit moderner Umwelttechnik erfahren und den tatsächlichen Nutzen regenerativer Energien kennen lernen. Umweltrelevante Verhaltensweisen werden von klein auf geprägt. Es ist wichtig, die Kinder und Jugendlichen darauf hinzuweisen, dass wir mit der Natur und mit den Rohstoffen unserer Welt sorgsam umgehen müssen. Eigenes Auswerten und gemeinsames Interpretieren der Messergebnisse unter fachkundiger Anleitung sind wichtiger und wirksamer als moralische Ermahnungen. Wir wollen unseren Einrichtungen und Gruppen (Kinderstube, Ev. Kindertagesheim, Kirchenmäuse, Konfirmanden) die Bedeutung der Nutzung regenerativer Energiequellen nahe bringen. Die Grundschule Suchsdorf und Schulen benachbarter Gemeinden sind weitere Zielgruppen. Wir beabsichtigen, mit interessierten und engagierten Jugendlichen, eine Umwelt-Arbeitsgruppe zu gründen, die in dem Projekt "erneuerbare Energien" intensiv mitarbeiten und ihre gewonnenen Erkenntnisse in unsere und in Nachbargemeinden hinaustragen. Sie werden selbst Faltblätter entwerfen und Aktionstage mit vorbereiten. Mit den Stadtwerken Kiel, einer Energieberaterin (Mitglied des KV) und einem Fachingenieur soll eine Beratungskompetenz aufgebaut werden. 1. Advent 1999 ist der Start.
Erfahrungen bzgl. Der Finanzierung des Eigenanteils
Kosten der Investition und Erfahrungen bzgl. der Finanzierung des Eigenanteils
1. Kosten Anlagentechnik Lieferung und Montage (Anlage) 68.558,46 DM
2. Kosten Visualisierung 5.413,02 DM
Gesamtkosten 73.971,48 DM
Fördersumme der DBU 30.783,81 DM
Der nicht durch die Deutsche Stiftung Umwelt geförderte Anteil wurde finanziert:
1. Finanzhilfe der Investitionsbank Schleswig-Holstein Umwelt- und Energieförderung aus dem
2. Programm "Erneuerbare Energien" 20.000,00 DM
3. Förderverein der Ev.-Luth. Matthias-Claudius Kirchen-Gemeinde Kiel-Suchsdorf, 22.871,48 DM
4. (Vorstandsbeschlüsse vom 29.03.00, 25.09.00 und 14.06.01)
5. Ehrenamtliche Helfer 316,19 DM
Der Kirchenvorstand, der Vorstand des Fördervereins, die Mitglieder des Fördervereins vertreten durch die Mitgliederversammlung haben das Projekt von vornherein befürwortet und unterstützt. Unsere Erfahrungen waren von Anbeginn nur positiv. Zwischenzeitlich wird das Projekt auch von der Geschäftswelt wahrgenommen.
Erfahrung bei der Realisierung und dem Betrieb der Anlage
Die von unserer Anlage erbrachte elektrische Leistung hängt vor allem von der Sonneneinstrahlung ab. Bei gegebenen Bedingungen haben wir folgende Extremwerte gemessen:
Der maximale Tagesertrag 2000 2001
wurde erzielt am 09. Juni 25. Mai
mit einer Leistung von kWh 32,40 31,80
Die Volllaststunden betrugen 792,5 h 789,5 h
Die erzeugte Energie des Generators betrug kWh 4.041,65 kWh 4.026,50 kWh
In den Monaten Mai bis August liefert der Generator 59,1% bzw. 62,2% der Jahresleistung.
Wirkungsgrad des Generators beträgt 9,7%: Ein Zehntel der Einstrahlungsenergie wird elektrische Energie.
Pro erzeugte kWh elektrische Energie erspart unsere Photovoltaikanlage jährlich der Umwelt ca. 2,5 Tonnen CO2.
Erneuerbare Energien nutzen heißt, einen Beitrag zur Erhaltung der Schöpfung zu leisten. Wir wollen mit unserer Initiative die derzeit noch großen Barrieren für den Einsatz der solaren Energieversorgung abbauen helfen. Der christliche Glaube fordert die Umkehr zu einer Lebens- und Wirtschaftsweise, die die Natur nicht kurzfristig, sondern langfristig um ihrer selbst willen als Gottes Schöpfung schützt und achtet. Das spannungsreiche Verhältnis zwischen Natur und zivilisatorischer Entwicklung ist eines der zentralen Probleme unserer Zeit.
Bildung und Erziehung sind für eine nachhaltige Entwicklung, wie sie von der Agenda 21 (Kapitel 36) gefordert wird, ein besonderer Bestandteil auch von christlicher Erziehung. Umweltrelevante Verhaltensweisen werden von klein auf geprägt. Daher beginnt Umwelterziehung spätestens im Kindergarten. Es ist wichtig, die Kinder und Jugendlichen darauf hinzuweisen, dass wir mit der Natur und den Rohstoffen unserer Welt sorgsam umgehen müssen. Vor diesem Hintergrund wird die Sonnenenergie in Zukunft an Bedeutung zunehmen.
Eigenes Auswerten der Messergebnisse und gemeinsames Interpretieren der Zahlen unter fachkundiger Anleitung sind wichtiger und wirksamer als moralische Ermahnungen. In der Jugendarbeit hat die Thematik "Umwelt" einen hohen Stellenwert. Jugendliche erleben Umweltprobleme oft sehr persönlich und existentiell bedrängend, vor allem im Blick auf ihre Zukunft. Sie haben ein Recht darauf, in ihrem Anliegen und tiefgreifenden Anfragen von uns Erwachsenen ernstgenommen zu werden; denn Umweltschutz ist ganz wesentlich auch eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber den Lebens- und Wohlstandschancen der heranwachsenden Generation. für die Jugendlichen ist es entscheidend, ob sie bei uns in der Gemeinde erleben, dass ihre Anliegen von uns ernst genommen werden.
Das Handeln für die Zukunft der Schöpfung umfasst mehr als technische, ökonomische oder administrative Maßnahmen. Umweltschutz und Umweltvorsorge können nur gelingen, wenn möglichst viele Bürger über ausreichende Umweltschutzinformationen verfügen, Einsichten in die ökologischen Zusammenhänge gewinnen, um die Rahmenbedingungen und möglichen Lösungswege wissen, eine umweltbewusste Grundhaltung entwickeln und bereit sind, aktiv an der Bewahrung der Schöpfung mitzuwirken. Diesen Prozess der Bewusstseinsbildung und engagierten Verantwortungsbereitschaft voranzubringen, ist eine Herausforderung, der wir uns als Matthias-Claudius-Kirchengemeinde stellen und hierzu das Projekt "erneuerbare Energien" initiieren wollen.
Projektträger: Ev. Matthias-Claudius-Kirchengemeinde
Fördersumme: 16.243,74 €
Quelle: http://www.dbu.de/projekt_15500/78_db_799.html
Homepage: www.kirche-suchsdorf.de
Ort
Sukoring 14
24107 Kiel
Laufzeit
12.10.1999 bis 15.04.2002